Was sind Polynukleotide?
Polynukleotide sind biostimulierende Wirkstoffe, die aus gereinigten DNA-Bausteinen bestehen. In der ästhetischen Medizin werden sie eingesetzt, um Hautqualität, Feuchtigkeit und Elastizität zu unterstützen.
Anders als klassische Hyaluron-Filler füllen Polynukleotide nicht gezielt auf. Sie verändern keine Konturen und bauen kein sichtbares Volumen auf. Stattdessen stehen Hautstruktur, Regeneration, Feuchtigkeit und ein insgesamt frischer wirkendes Hautbild im Vordergrund.
Polynukleotide werden häufig auch als PN oder PDRN bezeichnet. Je nach Produkt und Formulierung können sie aus natürlichen Quellen gewonnen und speziell gereinigt werden. Vor der Behandlung wird geprüft, ob das verwendete Produkt zu deiner Haut und deiner Ausgangslage passt.
Wie wirken Polynukleotide?
Polynukleotide werden eingesetzt, um die Haut in ihren natürlichen Regenerationsprozessen zu unterstützen. Sie können die Hautumgebung positiv beeinflussen und dazu beitragen, dass die Haut besser durchfeuchtet, elastischer und widerstandsfähiger wirkt.
Die Behandlung zielt nicht auf einen Soforteffekt wie bei einem klassischen Filler. Stattdessen entwickelt sich das Ergebnis schrittweise. Viele Hautqualitätsbehandlungen brauchen etwas Zeit, da die Haut auf die gesetzten Impulse reagieren muss.
Typisch ist ein natürlicher Effekt: Die Haut kann frischer, glatter und erholter wirken, ohne dass das Gesicht anders aussieht.
Was unterscheidet Polynukleotide von Hyaluron-Fillern?
Hyaluron-Filler werden eingesetzt, wenn Volumen aufgebaut, Falten unterfüttert oder Konturen definiert werden sollen.
Polynukleotide verfolgen ein anderes Ziel. Sie werden nicht zur Modellierung des Gesichts eingesetzt, sondern zur Unterstützung der Hautqualität.
Kurz gesagt:
- Hyaluron-Filler füllen, stützen und modellieren
- Polynukleotide verbessern die Hautqualität
- Filler wirken eher strukturgebend
- Polynukleotide wirken subtiler und flächiger
- Filler verändern Konturen
- Polynukleotide verändern die Hautwirkung, nicht die Gesichtsform
Welche Bereiche können behandelt werden?
Gesicht
Im Gesicht können Polynukleotide eingesetzt werden, wenn die Haut müde, trocken, dünn oder weniger elastisch wirkt. Ziel ist ein frischerer, glatterer und besser durchfeuchteter Gesamteindruck.
Augenpartie
Die Augenpartie ist einer der interessantesten Bereiche für Polynukleotide. Die Haut ist hier besonders dünn und empfindlich. Bei Trockenheitsfältchen, feinen Linien oder müde wirkender Haut kann die Behandlung eine sanfte Option sein.
Hals
Die Haut am Hals ist dünn und verliert häufig früh an Elastizität. Polynukleotide können hier eingesetzt werden, wenn Feuchtigkeit, Hautqualität und feine Linien im Vordergrund stehen.
Dekolleté
Das Dekolleté ist oft Sonne, Reibung und Umwelteinflüssen ausgesetzt. Bei Knitterfältchen, trockener Haut oder nachlassender Hautstruktur kann eine Polynukleotide-Behandlung unterstützend wirken.
Hände
Auch die Hände können mit der Zeit dünner, trockener oder weniger prall wirken. Polynukleotide können hier zur Verbesserung der Hautqualität eingesetzt werden.
Narben und unruhige Hautstruktur
Bei Aknenarben, kleinen Narben oder unruhiger Hautstruktur können Polynukleotide je nach Ausgangslage unterstützend eingesetzt werden. Bei tieferen Narben sind häufig Verfahren wie RF-Microneedling, medizinische Peelings oder Kombinationen sinnvoller.
Für wen eignet sich eine Polynukleotide-Behandlung?
Polynukleotide eignen sich für Menschen, die ihre Hautqualität verbessern möchten, ohne Volumen aufzubauen oder die Gesichtszüge zu verändern.
Die Behandlung kann sinnvoll sein, wenn du:
- müde oder fahle Haut hast
- deine Haut dünner oder weniger elastisch wirkt
- feine Linien oder Knitterfältchen bemerkst
- deine Augenpartie frischer wirken lassen möchtest
- trockene oder dehydrierte Haut verbessern möchtest
- Gesicht, Hals, Dekolleté oder Hände auffrischen möchtest
- keinen klassischen Filler möchtest
- ein sehr natürliches Ergebnis bevorzugst
- deine Haut langfristig unterstützen möchtest
Wann sind Polynukleotide nicht geeignet?
Eine Behandlung sollte nicht durchgeführt oder verschoben werden bei Schwangerschaft, Stillzeit, akuten Infekten, aktiven Hautentzündungen, offenen Hautstellen, aktivem Herpes oder bekannten Unverträglichkeiten gegenüber Inhaltsstoffen.
Da Polynukleotid-Produkte je nach Hersteller aus natürlichen Quellen gewonnen werden können, sollten Allergien, insbesondere gegen Fischbestandteile, im Beratungsgespräch unbedingt angesprochen werden.
Auch bei bestimmten Autoimmunerkrankungen, akuten Hauterkrankungen oder stark entzündlicher Haut sollte individuell geprüft werden, ob die Behandlung sinnvoll ist.
Vor der Behandlung
Vor der Behandlung wird dein Hautbild genau analysiert. Dabei besprechen wir, ob eher Feuchtigkeit, Elastizität, Augenpartie, feine Linien, Hautstruktur oder eine Kombination verschiedener Themen im Vordergrund steht.
Wichtig ist außerdem, dass du bekannte Allergien, Medikamente, Hauterkrankungen, frühere ästhetische Behandlungen und deine Erwartungen offen ansprichst.
Je nach Behandlungszone kann eine betäubende Creme verwendet werden, damit die Behandlung angenehmer ist.
Ablauf der Behandlung
Polynukleotide werden mit feinen Nadeln oder einer Mesotherapie-Technik in die Haut eingebracht. Je nach Zone und Behandlungsziel werden mehrere kleine Injektionspunkte gesetzt.
Die Behandlung dauert meist ca. 30 bis 45 Minuten. Direkt danach können kleine Quaddeln, Rötungen, leichte Schwellungen oder kleine Blutergüsse sichtbar sein. Diese Reaktionen klingen meist innerhalb kurzer Zeit wieder ab.
Das Ergebnis entsteht schrittweise. Die Haut braucht Zeit, um auf die Behandlung zu reagieren.
Nach der Behandlung
Nach der Behandlung solltest du die Haut schonen und ihr etwas Ruhe geben.
Für etwa 24 bis 48 Stunden solltest du vermeiden:
- Sport
- Sauna
- Solarium
- starke Sonne
- intensive Hitze
- Alkohol
- starkes Make-up direkt nach der Behandlung
- intensive Massagen im behandelten Bereich
- aggressive Wirkstoffe wie Retinol oder Säuren
Konsequenter Sonnenschutz ist besonders wichtig, wenn Gesicht, Hals, Dekolleté oder Hände behandelt wurden.
Wie viele Sitzungen sind nötig?
Häufig werden 2 bis 3 Sitzungen im Abstand von einigen Wochen empfohlen. Die genaue Anzahl hängt von Hautqualität, Behandlungszone, Alter, Lebensstil und gewünschtem Ergebnis ab.
Da Polynukleotide keine klassische Sofortbehandlung sind, entwickelt sich das Ergebnis über mehrere Wochen. Für ein stabiles Ergebnis kann eine Kur sinnvoll sein.
Eine Auffrischung kann je nach Hautbild nach ca. 6 Monaten geplant werden.
Wie lange hält das Ergebnis?
Die Wirkung hält häufig ca. 6 Monate, kann aber individuell variieren. Einfluss haben Hautzustand, Stoffwechsel, Lebensstil, Sonnenschutz, Pflege und Behandlungsrhythmus.
Regelmäßige Auffrischungen können helfen, die Hautqualität langfristig zu unterstützen.
Polynukleotide oder Profhilo?
Profhilo und Polynukleotide verbessern beide die Hautqualität, setzen aber unterschiedlich an.
Profhilo basiert auf hochkonzentrierter Hyaluronsäure und eignet sich besonders, wenn Feuchtigkeit, Elastizität und flächiges Bio-Remodelling im Vordergrund stehen.
Polynukleotide sind biostimulierende Wirkstoffe und werden besonders interessant, wenn die Haut dünn, empfindlich, müde oder regenerationsbedürftig wirkt.
Welche Behandlung besser passt, hängt von Hautbild, Zone und Ziel ab. Manchmal kann auch eine Kombination sinnvoll sein.
Polynukleotide oder Mesotherapie?
Mesotherapie arbeitet mit individuell zusammengestellten Wirkstoffcocktails, zum Beispiel mit Hyaluron, Vitaminen, Aminosäuren oder Spurenelementen.
Polynukleotide verfolgen stärker einen biostimulierenden Ansatz zur Unterstützung der Hautqualität.
Wenn Glow, Feuchtigkeit und Nährstoffversorgung im Vordergrund stehen, kann Mesotherapie sehr passend sein. Wenn dünne, sensible oder regenerationsbedürftige Haut im Fokus steht, können Polynukleotide sinnvoll sein.
Polynukleotide oder RF-Microneedling?
RF-Microneedling arbeitet mit feinen Nadeln und Radiofrequenzwärme. Es eignet sich besonders bei Poren, Aknenarben, Hautstruktur und nachlassender Hautfestigkeit.
Polynukleotide werden injiziert und unterstützen vor allem Hautqualität, Feuchtigkeit und Elastizität.
Bei Narben oder unruhiger Hautstruktur kann eine Kombination sinnvoll sein. Die Reihenfolge und Abstände sollten individuell geplant werden.
Du möchtest deine Hautqualität verbessern, ohne Volumen aufzubauen?
Dann können Polynukleotide eine schöne Option sein.